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Anwenderbericht

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ERA-Einführung in der Praxis

Die Einführung des neuen Tarifvertrages ERA der Metall- und Elektroindustrie stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Bis Anfang 2008 soll der Tarifvertrag in Baden-Württemberg umgesetzt sein. Grundlage dafür sind so genannte Niveaubeispiele, die einen Großteil der Arbeitsplätze aus allen Unternehmensbereichen beschreiben.

Und genau diese Niveaubeispiele sind es, die vielen Arbeitgebern Kopfzerbrechen bereiten. Denn dahinter steht, je nach Anzahl der Tarifarbeitsplätze im Unternehmen, eine Menge Arbeit, die von den Führungskräften zusätzlich erledigt werden muss. Jedem Mitarbeiter muss eine Arbeitsplatzbeschreibung mit Tätigkeitsprofil zugeordnet werden.

Klaus-Dieter Wehe vom Arbeitgeberverband Südwestmetall empfiehlt deshalb den Mitgliedsunternehmen mit mehr als 500 Arbeitsplätzen, eine Softwarelösung für diese Arbeit in Betracht zu ziehen. Wichtig sei, dass sich die Software möglichst einfach an die Organisationsstrukturen des jeweiligen Unternehmens anpassen lasse, heißt es dazu beim Arbeitgeberverband.

 

Aus der Zusammenarbeit von provantis IT Solutions und Assa Abloy Sicherheitstechnik GmbH entstand ERApro, um die Einführung von ERA zu vereinfachen. Bei Assa Abloy wird ERApro sowohl im Werk Albstadt als auch im Werk Berlin verwendet, um die Aufgabenbeschreibungen des Unternehmens zu erstellen. Auf IT-Seite habe man mit der Einführung der Software keine Probleme gehabt. Auch der Schulungsaufwand für die Führungskräfte hielt sich „in engen Grenzen“, wie sich Herr Letsch, Personalreferent und Projektleiter ERA bei Assa Abloy erinnert. Die Einführung in die ERA-Thematik sei unter anderem mit Hilfe der provantis-Lösung für alle betroffenen Führungskräfte unproblematisch gewesen. In ERApro bestehen die Niveaubeispiele aus Teilaufgaben und den zugehörigen ausführlichen Beschreibungen. Diese wiederum sind zerlegt in einzelne Tätigkeiten. „Das erleichtert den ERA-Teams die Arbeit enorm“, weiß Herr Letsch aus der täglichen ERA-Praxis zu berichten. Vor allem gelinge es so auch, die Arbeitsaufgaben losgelöst vom einzelnen Mitarbeiter zu betrachten und zu definieren. Dies sei schließlich eines der Hauptanliegen des neuen Tarifvertrages.

Die erarbeiteten Aufgabenvorschläge wurden dann an die Vorgesetzten weitergeleitet. Um diesen die Arbeit möglichst leicht zu machen, können in ERApro die Aufgabenvorschläge gefiltert werden – jede Führungskraft bekommt nur die Vorschläge zu sehen, die für ihren Verantwortungsbereich auch zutreffen.

 

Bei der Alfred Kärcher GmbH & Co. KG wurde in einem Außenwerk ein ERA-Pilotprojekt gestartet, um Erfahrungen mit den neuen Regelungen zu sammeln. "Die Einführung von ERA und die dafür zu erstellenden Aufgabenbeschreibungen wollten wir nicht ohne EDV-Unterstützung in Angriff nehmen“, beschreibt Eva Trostel, Projektleiterin ERA, die Ausgangslage, „das wäre viel zu aufwändig gewesen“.

Anfang 2005 erstellte das ERA-Team ein Pflichtenheft, das die Aufgaben für eine Softwarelösung beschreibt. Für das ERA-Team war klar: Es muss eine Serverlösung sein, um sie an allen Standorten verfügbar zu machen. Im Idealfall soll auch eine Anbindung an die unternehmensweite SAP-Organisationslösung möglich sein. Drei EDV-Systeme kamen für das ERA-Team von Kärcher in die engere Auswahl. Den Zuschlag erhielt schließlich ERApro von provantis. „Überzeugt hat uns der Umfang des Programms, die leichte Bedienbarkeit und die Möglichkeit, über Freitextfelder auch eigene betriebliche Beispiele einzugeben“, erläutert Frau Trostel die Entscheidung. Zudem ließ sich ERApro über ein von provantis entwickeltes Schnittstellenmodul in die Kärcher-weite SAP-Umgebung integrieren. Der Vorteil dabei: Die in SAP hinterlegte Organisationsstruktur konnte in ERApro übernommen werden. Dabei bildeten die Stellen und Planstellen aus dem SAP-Organisationsmanagement die Grundlage für die Aufgabenbeschreibungen in ERApro. So hatte Kärcher einen umfassenden Überblick über den Fortschritt der Erfassung bei den einzelnen Vorgesetzten und ihren Mitarbeitern.

 

Bei der Bizerba GmbH und Co. KG sieht man den Vorteil von ERApro vor allem „im gering gehaltenen Aufwand für die Anfertigung von Beschreibungen“. Nach einer kurzen Schulung der Vorgesetzten werden aus den Aufgabenvorschlägen in ERApro Aufgabenbeschreibungen für die jeweiligen Stellen einfach durch Auswahl der zutreffenden Teilaufgaben erstellt. Damit ist für die Führungskräfte das aufwändigste erledigt und die Arbeitsersparnis bei der Beschreibungsanfertigung, so Bizarba, führte zu einer positiven Resonanz. Die weiteren Arbeitsschritte finden wieder in den ERA-Teams statt. Die Softwarelösung ERApro liefert zu jeder Aufgabenbeschreibung die prozentuale Übereinstimmung mit den Niveaubeispielen des Tarifvertrages. Gleichzeitig liefert die Software auch eine Übersicht der zutreffenden, fehlenden und zusätzlichen Tätigkeiten, welche von den Vorgesetzten angegeben wurden. „Damit bietet ERApro einen Anhaltspunkt für das ERA-Team welches Niveaubeispiel der Arbeitsaufgabe am nächsten kommt“, so das ERA-Team von Bizerba.

 

Mit der Softwareunterstützung wird gewährleistet, dass auch bei künftigen Änderungen von Arbeitsplätzen die Beschreibungen schnell und objektiv erstellbar sind. So lasse sich nach Ansicht von Oliver Lieven, Geschäftsführer des ERApro-Herstellers provantis, auch der Diskussionsbedarf bei der ERA-Einführung reduzieren.

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall will sich jedoch auf eine konkrete Empfehlung nicht festlegen lassen, er bietet mit ERIS eine eigene Lösung mit Schwerpunkt auf der Kostenbetrachtung für die Mitgliedsunternehmen an. Diese enthält inzwischen eine Schnittstelle, über die Aufgabenbeschreibungen, die in ERApro von provantis erstellt wurden, nach ERIS importiert werden können.

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